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Geschichte

Die Ureinwohner Tschengaliens stammen laut jüngsten Erkenntnissen von einem Stamm der Eskimos ab, die ca. im 15.Jahrhundert von Amerika aus über das Packeis wanderten und auf der Insel siedelten. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Tschengalien nur von ihnen bewohnt.

Mit dem kalten Krieg gewann die bis dato kaum bekannte Insel zwischen der damaligen Sowjetunion und dem amerikanischen Kontinent eine enorme strategische Bedeutung, die im Jahre 1958 in der Besetzung durch Sowjettruppen ihren Höhepunkt fand. Annähernd 3.000 der Ureinwohner wurden umgesiedelt und fanden am Aralsee ein neues Zuhause. Weitere 1.500 Einwohner wurden im Versorgungs- und Verwaltungsapparat der Roten Armee angestellt.

Ab dem Spätsommer 1958 lebten 20.000 Rotarmisten auf der Insel, die sich auf drei U-Boot-Stützpunkte und zwei Raketenbasen verteilten. Im Lauf der Zeit wurden die Familien der Soldaten nachgeholt, die sich jedoch anfangs nur in der heutigen Hauptstadt Kolgujewgrad niederliessen. Bedingt durch diese Zuwanderung kam es vor allem in der Hauptstadt zu einer Verknappung des ohnehin schon kaum noch ausreichenden Wohnraums, so dass die sowjetische Militärverwaltung in den Siebziger Jahren die Städte Putschnigor und Juschni-Iskragorod errichten liess, um diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurden die militärischen Stützpunkte stillgelegt. Viele der ehemaligen Soldaten und ihre Familien blieben jedoch auf der Insel, weil sie den Schritt zurück in die Ungewissheit fürchteten.